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Dommuseum Frankfurt
 
DIE BARTHOLOMÄUS-RELIQUIE IM DOM
Die Schädelreliquie des Apostels Bartholomäus kam um das Jahr 1200 wohl als Geschenk von Kaiser Friedrich Barbarossa in den Dom. Die Erweiterung des Hochchores und die Weihe eines neuen Altares am 24. August (dem Fest des Heiligen Apostels Bartholomäus) 1239 dürfte mit der Reliquie in Verbindung stehen, zumal an diesem Tag zum ersten Male Bartholomäus als Patron des Domes genannt wurde. Die Reliquie befindet sich heute in einem Schrein in einem Sakramentshaus an der Ostwand des Südquerhauses im Dom und wird dort an hohen Feiertagen und am Bartholomäusfest gezeigt.
 
Ob die Reliquie historisch echt ist, darüber mag man streiten. Ab dem fünften Jahrhundert gibt es über diese Reliquie Nachrichten. Zuerst ist sie ein Glaubensgut. Eine magische Wirkung geht nicht von ihr aus. Wenn Menschen vor der Reliquie beten, dann beten Sie zu dem, auf den diese Reliquie verweist, den heiligen Bartholomäus. Sie verdeutlicht, daß der Glaube an Jesus Christus von Menschen aus Fleisch und Blut realisiert und weitergegeben wird. Schließlich, wenn manche Menschen der Reliquie ihre Historizität absprechen, dann repräsentiert sie doch ein Stück Frömmigkeitsgeschichte und damit ein Stück der Geschichte von vielen Menschen, die zum Apostel Bartholomäus gebetet haben. Deren Glaube und Frömmigkeit sollten auch die Menschen unserer Tage respektieren.
 
 
RELIQUIARE IM DOMMUSEUM
Im Dommuseum werden zwei kostbare Reliquiare gezeigt.
 
Reliquiare sind Behältnisse zur Aufbewahrung der Reliquie. Das alte Reliquiar für die Batholomäus-Reliquie ist eine Relief-Büste des Heiligen aus Silber, ursprünglich wohl vergoldet, aus dem Jahr 1727, von Franz Ignaz Berdolt in Augsburg geschaffen. Die Schädeldecke der Büste ist mit einem Deckel versehen. Dort konnte die Reliquie hineingelegt und aufbewahrt werden. Man nennt, weil das Reliquiar damit anzeigt, wohin die Reliquie gehört, ein sprechendes Reliquiar.
 
Im Jahre 1929 wurde ein neues Reliquiar, ein Reliquienschrein, von Karl Borromäus Berthold aus Frankfurt am Main gefertigt. Berthold war Professor an der Städelschule, bzw. Kunstgewerbeschule in Frankfurt am Main. Das große Reliquiar aus vergoldetem Silber, mit Bergkristallen und Halbedelsteinen geschmückt, ist in seinem Gesamtaufbau unschwer als ein Kunstwerk der zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts zu sehen. Obgleich das Reliquiar in seiner künstlerischen Sprache von der Kraft des Glaubens spricht, wurde Berthold im Nazideutschland schuldig. Er trug nicht wenig dazu bei, daß seine Kollegen Max Beckmann und Willi Baumeister von der Städelschule vertrieben wurden.
 
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